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Siderophile Granulation

aktualisiert: 21.08.2017 21:43:45

Einführung

Die Siderophilie ist von geringer taxonomischer Bedeutung und hat keine Bedeutung in der Notfall-Mykologie, zumal die Methode tatsächlich aufwendig ist.

Nicht alle Vesikeln (auch grosse im LM sichtbare) des endoplasmatischen Reticulums färben sich mit Carmin, andere sind zu klein, als dass sie mit dem LM gesehen werden können. Clémençon unterscheidet einen Makro-Typ, einen Gigas-Typ, einen Oligo-Typ, einen Mikro-Typ und einen Krypto-Typ. Siderophile Granula fand er auch bei Nyctalis, Termitomyces, einigen Arten von Rhodocybe (Makro-Typ), Lindtneria trachyspora, Tylopilus felleus (Gigas-Typ), Hypszigus ulmarius und Lyophyllum connatum (Oligo-Typ, d.h. geringe Anzahl von Makro-Granula), Entoloma, Rhodocybe, Russula und Melanoleuca (Mikro-Typ, DM der Granula nur 0,05-0,2 um, nur im EM zu erkennen), Agrocybe pediades und Rhodocybe parilis (Krypto-Typ, dh. sehr geringe Zahl von Mikro-Typ Granula).
Die Vesikeln des endoplasmatischen Reticulums ERV enthalten Proteine, die Metalionen binden (Ti, Zr, Hf, Th, Mo, U, Fe, Ru, Os, Co, Cu, Zn, Pb, As, Sb, Bi. Diese Metalle können durch jede zytochemische Methode, die eine Farbreaktion ergeben, nachgewiesen werden (Haematoxylin, Sodium Sulphat etc.)

Fazit:
Die Siderophilie ist von geringer taxonomischer Bedeutung. Ihr Nachweis ist aufwendig und hat keine Bedeutung in der Notfall-Mykologie.
Weiterführende Literatur: Clémençon H. Cytology and Plectology of the Hymenomycetes. Bibliotheca Mycologica, J.Cramer in der Gebrüder Borntraeger Verlagsbuchhandlung, Berlin-Stuttgart 2004. S.138-141.

Methode

nach Clémençon

Anleitung

1) Fragment von höchstens 2 mm² entnehmen.
2) Fragment in Eisenbeize einlegen: Objektträger mit Hohlschliff oder Urglasschälchen.
3) Fragment direkt in eine gesättigte, dunkelrote (!!) Lösung von Karminessigsäure in einem Eppendorf-Tubus übertragen. Tubus gut verschliessen.
4) Inhalt auf Papiertaschentuch ausleeren.
5) Inhalt auf Papiertaschentuch ausleeren und die schwarz gefärbte Pilzprobe mit einer Nadel auf Objektträger übertragen.
6) Schwarz gefärbte Pilzprobe mit einer Nadel auf Objektträger übertragen.
7) Quetschpräparat in Wasser oder Hoyer-Lösung

Warnung

Eisenbeize ist giftig, reizt Bindehäute und Atemwege und greift Metalle an.

Arten mit dieser Eigenschaft

Calocybe, Thephrocybe, Lyophyllum

Siderophile Granulation



Bild Nr. 546 Flammer, T - 1. Fragment abschneiden 2 x 2 mm Bild Nr. 547 Flammer, T - 2. Fragment in Eisenbeize einlegen Bild Nr. 892 Flammer, T - 3. Fragement in Eppendorf Tubus mit Karminessigsäure Bild Nr. 893 Flammer, T - 4. 2 Min. im Wasserbad sieden Bild Nr. 609 Flammer, T - 5. Ausleeren und mit Präpariernadel auf Objektträger transferieren Bild Nr. 894 Flammer, T - 6. Probe auf Objektträger übertragen Bild Nr. 557 Flammer, T - 7. Quetschpräparat in Wasser oder Hoyer (Dauerpräparat)