Neue Suche

Mortalität

aktualisiert: 28.11.2016 14:02:21

Die Mortalität der Amatoxinvergiftungen - meistens durch Knollenblätterpilze verursacht - konnte dank Frühdiagnose und konsequenter Giftelimination in einigen Jahrzehnten von  50 % unter 10 % gesenkt werden. Einzig bei Kindern ist sie noch sehr hoch. der Erfolg steht und fällt mit der Früherkennung und Frühbehandlung. Magenspülungen, Darmeinläufe, Aktivkohle, Absaugen der Galle über eine Duodenalsonde zur Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs (Zirkulation der von der Leber via Galle in den Darm ausgeschiedenen Amatoxine in wiederholten Durchläufen durch die Leber), forcierte Giftausscheidung über die Nieren mittels Infusionen und wassertreibender Mittel, sind der Goldstandard der Frühphase. Leider verzögert sich der Behandlungsbeginn aus verschiedenen Gründen oft um 10 bis 20 Stunden. Das schwere Vergiftungsbild verleitet dann zu Polypragmasie, einer hektischen therapeutischen Aktivität, die zu allem Zuflucht nimmt, was gemäss Literatur mit fraglichem Erfolg eingesetzt wurde. Leider fehlen einheitliche Behandlungsprotokolle.
Randomisierte Studien sind ethisch fragwürdig, die publizierten Serien zu klein, um bindende Schlüsse ziehen zu können. In verschleppten Fällen bleibt als ultima ratio nur noch die Lebertransplantation. Mischgerichte mit verschiedenen Giftpilzen können die Diagnose erschweren. diese Situation ist allerdings selten. Sollten jedoch Giftpilze, die frühe Brechdurchfälle bewirken, einem späten Amatoxinbrechdurchfall zuvorkommen, ist mit einer guten Prognose zu rechnen, da das Früherbrechen therapeutisch wirkt, indem die tödlichen Gifte vorzeitig per vias naturales eliminiert werden. - Bei Jugendlichen und Erwachsenen empfiehlt Moeschlin bei Verdacht auf eine Vergiftung in der Latenzphase Provokation von Erbrechen mit 3 gehäuften Kaffeelöffeln Kochsalz in einem Glas lauwarmen Wassers. Bei Kindern ist jedoch wegen der Gefahr einer Kochsalzintoxikation von dieser Massnahme abzuraten.

Phalloides-Syndrom

Amanita phalloides