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Grösster Pilz der Schweiz

aktualisiert: 13.11.2016 13:26:31

Grösster Pilz der Schweiz entdeckt
Einen Pilz kann man mit einem reifen Apfel der am Baum hängt vergleichen. Er ist nichts anderes als eine Fruchtbildung. Das Pilzgeflecht oder auch Myzel genannt bildet den eigentlichen Pilz. Der Pilz selber, die Frucht ist sehr vergänglich, das Myzel jedoch ruht im Boden. Bei richtigem Wetterverhältnis und richtiger Jahreszeit manifestiert sich der Pilz mit Fruchtkörpern die meist über den Boden ragen (ausser z.B. bei Trüffeln, welche "unterirdisch" wachsen.
Viele Pilze bilden sogenannte Mykhorriza, das heisst sie bilden mit einer Wirtspflanze, z.B. einer Tanne, einer Eiche, etc. eine Art Partnerschaft. Der Pilz ist auf die Pflanze angewiesen um wachsen zu können. Mehr darüber finden Sie im folgenden Artikel Wurzelpilze erhalten die Artenvielfalt und fördern das Wurzelwachstum.
Im Duden findet man folgende Definition:
Mykorrhiza, die; -, …zen [zu griech. rhíza = Wurzel] (Bot.): Lebensgemeinschaft zwischen den Wurzeln höherer Pflanzen
Der folgende Artikel aus der NZZ ist ein interessantes Beispiel:
800 Meter lange und 500 Meter breite Pflanze im Nationalpark
Der grösste Pilz der Schweiz ist 800 Meter lang und 500 Meter breit und damit vermutlich der grösste Europas. Entdeckt wurde das riesige unterirdische Geflecht von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Nationalpark im Unterengadin.
Der vermutlich grösste Pilz Europas ist ein im Nationalpark lebendes Exemplar der Pilzsorte «Dunkler Hallimasch». Die Pflanze bedeckt eine Fläche von rund von 500 Meter Breite und 800 Meter Länge - das entspricht einem Gebiet von etwa 35 Hektaren. Diesen Fund haben Forscher der WSL am Freitag bekanntgegeben.
Über 1000 Jahre alt
Der Hallimasch lebt weitgehend versteckt im Boden und besteht aus einem riesigen Geflecht von teilweise sehr dicken Fäden, die sich wie Wurzeln durch den Boden arbeiten. Die für das Auge sichtbaren Pilz-Fruchtkörper oberhalb der Erde sind also nur ein kleiner Teil eines riesigen unterirdischen Organismus: Der in der Nähe des Ofenpasses entdeckte Pilz ist zudem mehr als 1000 Jahre alt.
Aggressive Schädlinge
Im Herbst ist der Hallimasch oft auf Baumstrünken anzutreffen, und auch wenn er jung essbar ist, so ist er bei Pilzsammlern nicht sonderlich beliebt. Gegen 40 Arten gibt es weltweit, und einige davon sind aggressive Schädlinge, die Bäume befallen und sie töten. Dazu gehört auch der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae), welcher zusammen mit dem Wurzelschwamm im Nationalpark für ein ausgedehntes Bergföhrensterben gesorgt hat.
600 Tonnen schwerer Pilz in den USA
Gemäss den Experten der WSL ist das entdeckte Exemplar vermutlich nicht nur der grösste Pilz der Schweiz, sondern der bisher grösste gefundene Pilz Europas. In den USA gibt es allerdings noch mächtigere Exemplare. So lebt beispielsweise in den Wäldern von Oregon ein Dunkler Hallimasch, der sich über eine Fläche von neun Quadratkilometern ausbreitet und schätzungsweise 600 Tonnen wiegt.
Den Stuhlgang beschleunigend
Seinen Namen verdankt der Hallimasch übrigens dem Umstand, dass er roh verspeist den Stuhlgang beschleunigt, was sich offenbar schon die Römer nach opulenten Gelagen zunutze machten. Der deutsche Begriff nimmt diese (je nach Situation) segensreiche Wirkung auf, denn das Wort Hallimasch kommt etymologisch vom Ausdruck «Heil im Arsch».